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11.07.2007, NÖ. Nachrichten

Sorgerecht-Konflikt /Verhandlung geplatzt! Die Kindesmutter zog lieber in den sonnigen Süden als vor den Richter
Lieber Griechenland als in den Gerichtssaal


von Doris Firmkranz

TULLN / Im Tauziehen um das Sorgerecht für den vierjährigen Oliver* ist noch immer keine Entscheidung gefallen. Wie die NÖN berichtete, hatte die Kindesmutter einen Gerichtstermin platzen lassen, weil sie kurz davor in den Urlaub aufgebrochen war.

Vorletzte Woche ist die Familie aus Griechenland zurückgekehrt. Der Kindesvater erkämpfte mit Hilfe der Mediatorin Margreth Tews ein neuerliches Besuchsrecht, das auch prompt eingehalten wurde. Der Bub wurde ohne Probleme dem leiblichen Vater für 10 Tage übergeben. Für Richter Dr. Otmar Heigl Grund genug, sich gegen eine Verlängerung des Besuchsrechtes auszusprechen. Der Kindesvater Michael K.* bedauert, dass dem Ansuchen, die noch ausstehenden Besuchszeiten en bloque zugeprochen zu bekommen, nicht stattgegeben wurde: „Ich hätte noch so viel Zeit gut, und die könnte ich nützen, solange ich noch Urlaub habe." Dabei hatte sich K. große Hoffnungen gemacht, vielleicht sogar eine einstweilige Übertragung des Sorgerechtes zu erreichen, denn: „Nicht nur liegen jetzt hieb- und stichfeste Beweise für Gewalttätigkeiten innerhalb der Lebensgemeinschaft der Kindesmutter vor, alle Anzeichen sprechen dafür, dass es auch in Griechenland zu Auseinandersetzungen gekommen ist." Dazu wurde vergangene Woche eine Zeugin einvernommen, eine weitere hatte vorgestern Gelegenheit, Erlebtes vor einer Gutachterin zu Protokoll zu geben. Richter Dr. Otmar Heigl räumt der Sachverständigen für das Vorlegen desselben eine Frist von fünf Wochen ein. Margreth Tews: „Damit will man eindeutig Zeit gewinnen. Wer aber übernimmt die Verantwortung, wenn in dieser Zeit etwas passiert? Wir werden jedenfalls schauen, dass das Protokoll wesentlich früher auf dem Tisch liegt!" Nichtsdestotrotz bleibt das Gericht hart. Es spräche absolut nichts dafür, das Kind der Mutter wegzunehmen.Richter Dr. Otmar Heigl kann aufgrund eines Medienerlasses den Fall nicht kommentieren. Generell sind polizeiliche Anzeigen für ihn kein Beweis. Es habe sich seit dem letzten richterlichen Beschluss aus St. Pölten vor rund vier Wochen, an den er sich zu halten habe, nichts geändert. Inzwischen wachsen die Aktenberge weiter, der Kindesvater hat den Obersten Gerichtshof eingeschaltet und auch der Volksanwalt ermittelt bereits.