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11.07.2007, NÖ. Nachrichten

Sorgerecht-Konflikt /Verhandlung geplatzt! Die Kindesmutter zog lieber in den sonnigen Süden als vor den Richter
Lieber Griechenland als in den Gerichtssaal


von Doris Firmkranz

TULLN / „Unfassbar! Man kann nur den Kopf schütteln!“, so kommentiert Mediatorin Margreth Tews das Platzen der gestrigen Verhandlung um das Sorgerecht für den vierjährigen Oliver (die NÖN berichtete). „Ich habe nicht erwartet, dass die Kindesmutter ihren Urlaub unterbricht, um für einen Tag mit dem Auto von Griechenland herauf und wieder retour zu fahren. Was mich jedoch so wütend macht, ist die Tatsache, dass sich die Frau samt Lebensgefährten und Kindern auf Anraten des Jugendamtes vor der Verhandlung aus dem Staub gemacht hat. Angeblich wurde ein Urlaub empfohlen, damit die Familie zur Ruhe kommen kann.“

Die Behörde bestätigt dies. Bezirkshauptmann Mag. Andreas Riemer schränkt jedoch ein: „Über den möglichen Zeitpunkt des Urlaubes wurde nicht gesprochen. Der Rat, gerade zum jetzigen Zeitpunkt auf Urlaub zu gehen, wäre doch widersinnig gewesen.“Tews beschuldigt das Jugendamt, sich über Gerichtsbeschlüsse einfach hinwegzusetzen, denn „die haben mit Sicherheit gewusst, dass über die Frau bereits eine Beugestrafe in Höhe von 1000 Euro verhängt wurde und ihr der Entzug des Sorgerechts droht.“ Tews ortet dahinter Strategie: „Der Bub soll unter allen Umständen vom Vater fern gehalten werde. Er könnte ja plaudern . . .“

Bezirkshauptmann Mag. Andreas Riemer weist diesen Vorwurf strikt von sich: "Es hat niemals eine Urlaubsempfehlung gegeben. Im Gegenteil, wir haben die Kindesmutter eindringlich darauf aufmerksam gemacht, welche Folgen eine neuerliche Kontaktverweigerung mit sich bringen würde."

DEr Kindesvater verweist jedoch auf eine Stelle in der Vertagungsbitte des gegnerischen Anwalts, wo ausdrücklich "auf dringendes Anraten des Jugendamts" zu lesen ist.

Indes hofft er weiter, dass sein kleiner Sohn bald aus der „Geiselhaft von Ämtern und Behörden entlassen wird“.

Das Echo auf den Artikel aus der Vorwoche fiel beeindruckend aus. Zahlreiche Leser schrieben oder mailten uns ihre Meinung. Die meisten nutzen jedoch das NÖN Online-Forum, um ihre Solidarität mit dem Kindesvater zu bekunden.